Souad "Susu" Heil - die Frau hinter "Kreatives verbindet"
Meine Geschichte und warum ich „Kreatives verbindet“ ins Leben gerufen habe
Souad „Susu“ Heil – Meine Geschichte und warum ich „Kreatives verbindet“ ins Leben gerufen habe
Mein Name ist Souad „Susu“ Heil, ich komme aus Tunesien und lebe seit 25 Jahren in Deutschland. Mein Weg hierher war alles andere als geplant – eigentlich wollte ich nur für ein Jahr als Au-pair in einer deutschen Familie arbeiten, zwei Kinder betreuen und dann zurück nach Tunesien gehen. Integration spielte für mich damals keine große Rolle, denn ich war mir sicher, dass Deutschland nur eine kurze Station in meinem Leben sein würde.
Doch dieses eine Jahr hat mein Leben nachhaltig geprägt. Meine Gastfamilie hat mich nicht nur herzlich aufgenommen, sondern mir auch sehr viel mit auf den Weg gegeben. Besonders die Kinder, die ich betreute, halfen mir spielerisch, die deutsche Sprache zu lernen. Zudem ermöglichte mir die Familie einen Deutschkurs, was mir den Einstieg in das Leben hier sehr erleichterte. Für diese Unterstützung bin ich bis heute unglaublich dankbar. Die Mutter der Familie war selbst Tunesierin, der Vater Deutscher – für mich war es spannend zu sehen, wie sie zwei Kulturen in ihrem Alltag verbunden haben.
Nach einem Jahr kehrte ich nach Tunesien zurück, doch der kleine Sohn meiner Gastfamilie vermisste mich sehr. Deshalb kam ich für drei Monate als Touristin zurück. In dieser Zeit machte ich einen Kochkurs, weil ich etwas von der deutschen Kultur mit nach Hause nehmen wollte. Doch dieser Kochkurs veränderte mein Leben: Ich lernte dort meinen heutigen Mann kennen.
Was folgte, war eine Zeit des Hin und Her zwischen Deutschland und Tunesien. Schließlich sagte ich zu meinem Mann, dass er nach tunesischer Tradition meinen Vater um meine Hand bitten müsse. Er tat es – mein Vater gab seinen Segen, und wir heirateten.
Mit der Entscheidung, in Deutschland zu bleiben, änderte sich meine Sicht auf Integration. Ich absolvierte einen einjährigen Intensiv-Deutschkurs und erkannte, dass es nicht reicht, nur hier zu leben. Ich wollte die Sprache lernen, die Kultur verstehen und mich wirklich in die Gesellschaft einfügen – ohne dabei meine Identität aufzugeben. Deutschland wurde meine zweite Heimat.
Heute habe ich mit meinem Mann zwei Kinder und ein Pflegekind. Ich führe meinen eigenen Laden, „Susu’s Einhornlädchen“ in Donauwörth, und habe es mir zur Aufgabe gemacht, andere Menschen auf ihrem Weg der Integration zu unterstützen. Aus meiner eigenen Geschichte heraus entstand das Projekt „Kreatives verbindet“. Ich weiß, wie wichtig es ist, Brücken zwischen Kulturen zu bauen, und genau das möchte ich mit diesem Projekt ermöglichen. Geflüchtete Frauen und Senioren kommen zusammen, lernen voneinander, teilen Erlebnisse und helfen sich gegenseitig. Denn Integration bedeutet nicht nur, in einem neuen Land zu leben – sondern auch, sich als Teil der Gemeinschaft zu fühlen.
Ohne die wertvolle Unterstützung meiner Gastfamilie damals hätte mein Weg ganz anders ausgesehen. Sie haben mir gezeigt, wie wichtig Offenheit und gegenseitige Hilfe sind – Werte, die ich heute weitergeben möchte. Genauso dankbar bin ich meinem Mann, der mich all die Jahre auf meinem Weg begleitet und unterstützt hat. Er hat mir immer den Rücken gestärkt und mich ermutigt, meine Ideen in die Tat umzusetzen.
Integration bedeutet auch Zukunftsperspektiven schaffen
Durch meine Arbeit im Projekt „Kreativ verbindet“ habe ich nicht nur Begegnungen ermöglicht, sondern auch aktiv dabei geholfen, Geflüchtete in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Ich bin stolz darauf, bereits drei Asylsuchende mit drei Arbeitgebern zusammengebracht zu haben, wodurch drei feste Arbeitsverhältnisse entstanden sind. Natürlich habe ich dabei nicht nur vermittelt, sondern auch bei der Klärung von Arbeitserlaubnissen und allen notwendigen Formalitäten unterstützt. Denn echte Integration bedeutet nicht nur, sich kulturell einzufügen, sondern auch eine wirtschaftliche Perspektive zu erhalten.
Ich hoffe, dass mein Engagement noch vielen weiteren Menschen helfen kann – und dass wir gemeinsam eine Gesellschaft gestalten, in der jede und jeder die Chance bekommt, anzukommen, dazuzugehören und etwas Sinnstiftendes zu tun.
In einer Zeit, in der Gemeinschaft und Zusammenhalt immer wichtiger werden, verbindet unser Projekt zwei ganz unterschiedliche Lebenswelten: Asylbewerberinnen und Senioren. Ziel ist es, Begegnungen zu schaffen, die von Austausch, gemeinsamen Aktivitäten und gegenseitigem Verständnis geprägt sind. Diese Begegnungen finden an verschiedenen Orten statt – ob im Seniorenheim, in Gemeinschaftsräumen oder bei besonderen Veranstaltungen.
Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist das gemeinsame Kochen, bei dem nicht nur kulturelle Rezepte und Geschichten ausgetauscht werden, sondern auch ein wichtiger sozialer Beitrag geleistet wird: Die zubereiteten Mahlzeiten werden an Obdachlose in der Region verteilt. So entsteht eine wertvolle Verbindung zwischen interkulturellem Lernen und praktischer Hilfe für Menschen in Not.
Alle Tätigkeiten im Rahmen von „Kreativ verbindet“ erfolgen vollständig ehrenamtlich. Weder die Organisatorin noch die teilnehmenden Asylbewerberinnen erhalten Geld für ihre Zeit. Spenden fließen ausschließlich in die Umsetzung des Projekts – etwa in Materialien für gemeinsame Aktivitäten oder Lebensmittel für die Essensausgabe. So stellen wir sicher, dass jede Unterstützung direkt dort ankommt, wo sie gebraucht wird
Das Ziel des Projekts
Das Projekt bringt Frauen mit Fluchthintergrund und ältere Menschen in Donauwörth zusammen, um gemeinsam Zeit zu verbringen und voneinander zu lernen. Es geht darum, Brücken zwischen Generationen und Kulturen zu bauen, Isolation zu vermeiden und neue Perspektiven zu eröffnen. Durch kreative und alltagsnahe Aktivitäten wie Nähen, Basteln, Kochen oder Spielen entstehen wertvolle Momente des Miteinanders – unabhängig davon, ob sie im Pflegeheim oder an anderen Orten stattfinden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem gemeinsamen Kochen: Die zubereiteten Mahlzeiten werden genutzt, um Hilfesuchende in der Region mit warmem Essen zu versorgen. So verbindet das Projekt soziales Engagement mit interkulturellem Austausch und leistet einen Beitrag zur Unterstützung bedürftiger Menschen.
Warum ist dieses Projekt wichtig?
Integration fördern
Frauen mit Fluchthintergrund haben oft wenige Möglichkeiten, aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Durch die Treffen lernen sie die Sprache, Kultur und Lebensweise des Landes kennen.
Einsamkeit bekämpfen
Für Senioren im Pflegeheim ist das Leben oft von Einsamkeit geprägt. Durch die Begegnungen erleben sie frische Impulse und knüpfen neue Beziehungen.
Gemeinsamkeiten entdecken
Trotz der Unterschiede verbinden beide Gruppen ähnliche Themen wie Lebensgeschichten, Hobbys und den Wunsch nach Gemeinschaft.
Aktivitäten und Angebote
Die Treffen sind abwechslungsreich und orientieren sich an den Interessen der Teilnehmer.
Mögliche Aktivitäten umfassen:
Kochen
Kulinarischer Austausch zwischen Kulturen und gemeinsame Hilfe für Menschen ohne festen Wohnsitz.
Handarbeiten
Nähen und Stricken als gemeinsames Hobby.
Spielen
Gemeinsames Spielen fördert Teamgeist und Spaß.
Erzählen
Geschichten teilen und Erinnerungen wachrufen.
Unterstützung gesucht!
Um dieses ehrenamtliche Projekt langfristig am Leben zu erhalten, benötigen wir Partner, Sponsoren und Freiwillige. Ob durch finanzielle Unterstützung, Materialspenden oder persönliche Mithilfe – jede Unterstützung ist willkommen!
Fragen? Ideen?
Nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Über unser Kontaktformular können Sie Fragen stellen, mit uns allgemein in Kontakt treten oder auch gerne Hilfe anbieten, die nicht aus Geldern besteht.
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